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Autounfall: Was tun nach einem Unfall?

verifiziert von Frieder Bechtel | Mietwagen-Experte und Pressesprecher

Kleine Unfälle passieren schnell, insbesondere auch in stressigen Situationen, wie erhöhtem Verkehrsaufkommen oder einer unbekannten Verkehrssituation im Urlaub. Vor allem bei größeren Unfällen zählt jede Sekunde, weswegen schnelles und besonnenes Handeln ausschlaggebend ist. Wer in Notsituationen sofort weiß, wie man richtig reagiert, ist für den Ernstfall bestens gewappnet.

Update: 16.09.2026

Alles auf einen Blick

Nach einem Autounfall zählen Ruhe, Absicherung und die richtige Reihenfolge deiner nächsten Schritte.

  • Unfallstelle sichern: Schalte die Warnblinkanlage ein, ziehe die Warnweste an, stelle das Warndreieck auf und leite nötige Erste-Hilfe-Maßnahmen ein.

  • Warndreieck-Abstand einhalten: Platziere es innerorts 50 Meter, auf Landstraßen 100 Meter und auf der Autobahn 150 bis 400 Meter von der Unfallstelle entfernt.

  • Notruf und Polizei verständigen: Wähle bei Verletzten die 112 und bei größeren Schäden die Polizei unter 110, auch als Zeuge musst du Erste Hilfe leisten.

  • Unfall dokumentieren und Fahrbahn räumen: Halte den Unfallhergang fest, fotografiere Schäden, tausche Personendaten aus und räume die Fahrbahn nach Bagatellunfällen zügig.

  • Rettungsgasse bilden: Bilde bei Stau sofort eine Rettungsgasse zwischen linker und übrigen Spuren, damit Einsatzfahrzeuge schnell durchkommen.

Verhalten nach einem Verkehrsunfall

  1. Unfallstelle absichern

Unfallstelle absichern

Nach einem Verkehrsunfall solltest du zunächst die Unfallstelle absichern, um andere Verkehrsteilnehmer auf den Unfall aufmerksam zu machen und somit zu verhindern, dass weitere Personen gefährdet werden. Halte nach einem Zusammenstoß an, indem du vorsichtig bremst und das Fahrzeug nach Möglichkeit kontrolliert zum Stehen bringst. Schalte den Motor aus und gehe anschließend folgendermaßen vor:

  • Betätige die Warnblinkanlage.

  • Lege eine Warnweste an, bestenfalls noch im Fahrzeug.

  • Verlasse vorsichtig das Fahrzeug. Nimm dabei unbedingt das Warndreieck, ggf. den Verbandkasten und dein Handy mit.

  • Stelle das Warndreieck auf.

  • Leite, wenn nötig, Erste-Hilfe-Maßnahmen ein und setze einen Notruf ab.

Zusätzlich zur Warnblinkanlage kannst du auch die Fahrzeugbeleuchtung einschalten, um besser auf die Unfallstelle aufmerksam zu machen. Bei allen Maßnahmen zur Sicherung der Unfallstelle solltest du vorsichtig vorgehen und auf den fließenden Verkehr achten. Begib dich so schnell wie möglich an einen sicheren Ort und bewege dich am Straßenrand bzw. hinter der Leitplanke, um das Warndreieck aufzustellen.

Warndreieck aufstellen

Zur Absicherung der Unfallstelle ist es essenziell, andere Verkehrsteilnehmer frühzeitig zu warnen. Dazu ist es nötig, das Warndreieck in angemessenem Abstand aufzustellen. Die richtige Entfernung hängt davon ab, auf welcher Straße du dich befindest und welche Geschwindigkeit dort zulässig ist.

  • Innenstadt: mindestens 50 Meter

  • Landstraße: mindestens 100 Meter

  • Autobahn: 150 bis 400 Meter

Um die Entfernung abzuschätzen, kannst du dich an den Leitpfosten am Straßenrand orientieren, die auf geraden Strecken jeweils im Abstand von 50 Meter platziert sind. Ist die Unfallstelle unübersichtlich bzw. schlecht einsehbar (etwa hinter Kurven oder Hügeln), musst du noch vor diesem Sichthindernis das Warndreieck aufstellen. Platziere das Warndreieck am Fahrbahnrand oder auf der Autobahn am Rand des Seitenstreifens.

Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten

Natürlich hofft niemand, jemals in einen Unfall mit Personenschäden verwickelt zu sein, dennoch solltest du dich auch auf diese Situation vorbereiten. Ist der erste Schock nach einem Zusammenstoß überwunden, solltest du sofort feststellen, ob jemand verletzt wurde. Wenn du in einen Unfall verwickelt bist oder als erste Person an der Unfallstelle eintriffst, bist du gesetzlich verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten. Um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, ist es daher ratsam, dass du dich mit deinem Verbandskasten vertraut machst und deine Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig auffrischst.

Zögere nie, Erste Hilfe zu leisten. Beteiligte oder Zeugen sorgen sich oft, etwas falsch zu machen oder mehr Schaden anzurichten, doch für eventuelle Fehler macht dich niemand verantwortlich, auch nicht rechtlich. Im Gegensatz kann Untätigkeit oft schlimmere Konsequenzen haben. Kannst du nicht direkt Unterstützung leisten, solltest du Hilfe rufen und in jedem Fall den Notdienst verständigen.

Notruf verständigen

Sind bei einem Unfall Personen verletzt worden, solltest du so schnell es geht die Rettungskräfte über die EU-weite Notrufnummer 112 (ohne Vorwahl) verständigen. Behalte im Gespräch mit den Einsatzkräften die W-Fragen im Hinterkopf:

  • Wer ruft an?

  • Wo ist der Unfall passiert?

  • Was ist geschehen?

  • Wie viele Menschen sind verletzt/in Gefahr?

  • Welche Art von Verletzungen?

  • Warten auf Rückfragen

Verständige auch bei scheinbar kleinen Verletzungen die Rettungskräfte, damit so schnell wie möglich professionelle Hilfe geleistet werden kann. Auch wenn du äußerlich keine Anzeichen für schwere Verletzungen siehst, können nach Verkehrsunfällen immer noch gefährliche innere Verletzungen auftreten.

Polizei rufen

Viele Autofahrer sind unsicher, wann du nach einem Unfall die Polizei rufen solltest. Generell gilt: Bei Unfällen mit Personenschaden oder wenn größere Sachschäden entstanden sind, solltest du die Polizei unter der 110 (ohne Vorwahl) verständigen. Die Polizei nimmt die Aussagen aller Unfallbeteiligten auf und wertet diese aus, was die Schadensregulierung im Nachhinein erleichtern kann. Bei größeren Unfällen sorgt die Polizei natürlich auch für die Regelung des restlichen Verkehrs. Rufe außerdem nach einem Unfall die Polizei, wenn du dich mit der anderen Unfallpartei nicht einigen kannst, wenn es sich um einen Unfall mit einem Firmen- oder Mietwagen handelt oder wenn der Verdacht einer Straftat besteht (z. B. Alkohol- oder Drogenmissbrauch, Unfallflucht). Hingegen ist es nicht nötig die Polizei zu verständigen, wenn es sich um einen Bagatellunfall handelt und beide Unfallparteien anwesend sind. In diesem Fall handelt es sich meist um einen harmlosen Unfall mit Blechschaden, bei dem niemand verletzt wurde und nach dem beide Fahrzeuge noch fahrtüchtig sind. Die Unfallbeteiligten können sich in diesem Fall meist selbst einigen, jedoch ist eine gründliche Unfalldokumentation in diesem Fall umso wichtiger.

Wenn du die Unfallstelle sicherst, das Fahrzeug verlässt oder anderen Personen Hilfe leistest, solltest du stets auf deine eigene Sicherheit achten. Begib dich nicht in gefährliche Situationen. Kommt dein Fahrzeug beispielsweise auf der linken Spur der Autobahn zum Stehen, solltest du zwischen den Mittelleitplanken Schutz suchen und nicht versuchen, die Fahrbahnen zum Standstreifen zu überqueren. Unfallexperten raten auch von Rettungsversuchen ab, bei denen du dich selbst in Lebensgefahr bringen könntest (beispielsweise Personen aus brennenden Fahrzeugen ziehen).

Unfall dokumentieren

Wenn du den Notruf verständigt hast und keine unmittelbare Gefahr für die Unfallbeteiligten besteht, ist die Unfalldokumentation der nächste wichtige Schritt. Hier ist eine gründliche Beweissicherung wichtig, um die Schadensregulierung zu vereinfachen.

  • Schildere den Unfallhergang knapp, aber möglichst präzise.

  • Fertige eine Unfallskizze

  • Fotografiere den Unfallort, Bremsspuren sowie die Schäden an den Fahrzeugen und der Umgebung (Leitplanken, Pfosten, Bäume etc.).

  • Tausche die Personendaten und Versicherungsinformationen aus.

Folgende persönliche Daten sollten beide Unfallparteien unbedingt austauschen:

  • Namen und Anschrift der Fahrzeughalter und Fahrzeugführer, ggf. der Verletzten und Unfallzeugen

  • Amtliche Kennzeichen, Führerscheinnummer

  • Versicherungsdaten der Beteiligten, inkl. Versicherungsnummer

Lass dir zur Bestätigung dieser Informationen bestenfalls den Personalausweis und den Fahrzeugschein zeigen. Außerdem kannst du Unfallzeugen bitten, bis zum Eintreffen der Polizei am Unfallort zu warten.

Einen Vordruck für einen Unfallbericht, den du gemeinsam mit dem Unfallgegner ausfüllen solltest, kannst du auf der Website des ADAC herunterladen. Es ist ratsam, ein oder zwei ausgedruckte Dokumente für den Notfall im Handschuhfach aufzubewahren.

Unfallstelle räumen

Bei Unfällen mit Personenschaden oder schweren Sachschäden solltest du nichts an der Unfallstelle verändern, bis die Polizei eintrifft und über das weitere Vorgehen entscheidet. Nach Bagatellunfällen muss die Unfallstelle jedoch zügig geräumt werden, um den Verkehr nicht unnötig lang zu behindern. Hast du den Unfallhergang dokumentiert, Fotos der Schäden angefertigt und die persönlichen Daten mit dem Unfallgegner ausgetauscht, solltest du die Fahrbahn räumen. Bei Unfällen mit Blechschäden solltest du die Straße noch säubern und zum Beispiel Splitter und Blechteile entfernen. Prüfe vor der Weiterfahrt, ob dein Fahrzeug noch verkehrssicher ist. Ist es durch die Schäden nicht mehr fahrtüchtig, muss es natürlich abgeschleppt werden. Treten durch den Schaden allerdings Betriebsstoffe wie Öl oder Kühlwasser aus, muss die Feuerwehr (112) alarmiert werden. Diese Flüssigkeiten müssen fachgerecht beseitigt werden, da sie sonst die Umwelt massiv schädigen können. Die Feuerwehr kümmert sich ebenfalls um die Säuberung der Unfallstelle, wenn es zu massiven Schäden am Fahrzeug und der Umgebung gekommen ist.

Als Unfallverursacher musst du den Schaden umgehend deiner Kfz-Haftpflichtversicherung melden, damit sich diese um die Schadensregulierung kümmern kann. Bist du unverschuldet in einen Unfall verwickelt worden, ist die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallgegners dein Ansprechpartner. Zahlt die gegnerische Versicherung nicht oder nur einen Teil der Schäden, kann ggf. die Vollkasko-Versicherung einspringen.

Richtiges Verhalten nach einem Unfall für Unbeteiligte

Bist du Zeuge eines Unfalls geworden oder entdeckst du eine Unfallstelle, die noch nicht von anderen Helfern oder Rettungskräften erreicht wurde, bist du ebenfalls dazu verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten. Halte dazu vor der Unfallstelle auf dem Standstreifen (Autobahn) bzw. möglichst weit rechts (Landstraße), um eintreffende Einsatzkräfte später nicht zu behindern. Je nach Unfallsituation können ein oder zwei andere Autofahrer die Ersthelfer unterstützen, alle nachfolgenden Fahrzeuge sollten weiterfahren, um Folgeunfälle zu vermeiden.

Stau nach einem Unfall: Rettungsgasse bilden

Entsteht hinter der Unfallstelle ein Stau, ist ebenfalls aufmerksames und zügiges Handeln gefragt, noch bevor das erste Martinshorn ertönt. Bilde umgehend eine Rettungsgasse, damit die Einsatzfahrzeuge schnellstmöglich zum Unfallort gelangen können. Eine Rettungsgasse wird immer zwischen der linken und den übrigen Fahrspuren gebildet. Das bedeutet:

  • Wenn du auf der linken Spur fährst, weiche nach links aus.

  • Wenn du auf der mittleren oder der rechten Spur fährst, weiche nach rechts aus.

Fazit: Nach einem Unfall zählt zügiges und besonnenes Handeln

Bei erhöhtem Verkehrsaufkommen oder schwierigen Verkehrslagen kommt es nicht selten zu Unfällen, von leichten Parkremplern bis zu Zusammenstößen. Wenn du mit den richtigen Verhaltensweisen vertraut bist, fällt es dir womöglich leichter, im Ernstfall einen kühlen Kopf zu bewahren und die richtigen Schritte einzuleiten. Achte dabei stets auf deine eigene Sicherheit. Wir wünschen dir weiterhin eine sichere Fahrt.

Mietwagen-Experte und Pressesprecher

Frieder Bechtel

Mietwagen-Experte mit über 15 Jahren Erfahrung sowie Pressesprecher bei billiger-mietwagen.de. Er ist spezialisiert auf Preisstrukturen, Versicherungen und Verbraucherschutz im Mietwagenmarkt.

Erfahre mehr über Frieder Bechtel
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